Babyschlafsäcke selber nähen
Für eine optimale Schlafumgebung wird von Kinderärzten immer wieder ein Babyschlafsack empfohlen. Ein Schlafsack hat gegenüber herkömmlichen Bettdecken viele Vorteile: er erschwert das Rollen auf die ungünstige Bauchlage und verringert das Risiko einer CO2-Rückatmung durch eine über den Kopf gerutschte Bettdecke. Auch vor nächtlichem Auskühlen schützt ein Schlafsack, da er anders als Bettdecken nicht einfach zur Seite gestrampelt werden kann. Wer einen Babyschlafsack selber nähen möchte, findet im Internet und in Handarbeitszeitschriften viele Anleitungen und Schnittmuster. Vorab sind einige Vorüberlegungen sinnvoll.
Größe und Form: übliche Größen für Babyschlafsäcke sind 70cm, 90 cm, 110cm, 130cm Länge. Der Fußraum sollte nicht zu viel Luft, aber doch ausreichend Platz zum Strampeln haben. Als Daumenregel kann gelten: Körpergröße + 20cm. Die Kopföffnung sollte nicht größer sein, als der Kopf des Kindes, gleiches gilt für die Öffnungen an den Armen. Schnitte gibt es meist in Birnen bzw. Glockenform, diese bieten ausreichend Beinfreiheit.
Reißverschluss: Bei der Auswahl einer Anleitung oder eines Schnittmusters empfiehlt sich ein umlaufender Reißverschluss, entweder von Achsel zu Achsel oder in L-Form. Dieser Schnitt ist zwar etwas schwieriger zu nähen als ein Mittelreißverschluß, erleichtert aber das nächtliche Wickeln. Das Baby muss so nachts nicht komplett ausgezogen werden. Darüber hinaus lohnt es sich, ein wenig über den Reißverschluss nachzudenken, da dieser im ungünstigsten Falle eine Verletzungsquelle für das Baby darstellen kann. Das Neugeborene sollte nicht direkt auf dem Reißverschluss liegen können, da dies zu Quetschungen führen kann. Sinnvoll ist auch eine Abdeckung des Reißverschlusses an den oberen Enden, um Druckstellen und selbständiges Öffnen zu vermeiden.
Auf Bänder oder Zierbänder sollte verzichtet werden, diese stellen ein unnötiges Verletzungsrisiko dar. Zwar war es noch vor einigen Jahren ganz normal, die Kinder mittels des Schlafsackes an die Gitterstäbe des Bettes zu binden. Ärzte und Hebammen raten jedoch heute davon ab – greift dies doch zu sehr in die Bewegungsfreiheit des kleinen Menschen ein.
Material: pflegeleichte Materialien sind hier klar im Vorteil, Baumwolle ist angenehm zu tragen, trocknet schnell und kann bei 60 Grad gewaschen werden. Für die Füllung wird häufig Polyester verwendet, wer lieber Naturmaterialien verarbeitet, kann stattdessen auch Wollstoffe wählen.
Selber nähen kann viel Freude machen, allerdings sind die Anforderungen an einen Babyschlafsack auch sehr hoch. In handelsüblichen Marken-Schlafsäcken stecken oft viele Jahre Entwicklung um ein optimales Schlafklima und hohen Komfort bei größtmöglicher Sicherheit zu gewährleisten. Angesichts der Materialkosten ist das Selbernähen häufig auch nicht unbedingt eine Ersparnis. Hier lohnt das Vergleichen mit Aktionsangeboten von Babyfachmärkten oder spezialisierten Online-Shops für Babyschlafsäcke wie The Dream Bag.
Wer den Aufwand des Selbernähens scheut, aber dennoch für sein Baby einen ganz besonderen Schlafsack möchte, findet auf Selbstmach-Plattformen wie Etsy oder DaWanda echte Handarbeit. Es lohnt sich, die Anbieter persönlich anzuschreiben und seine Wünsche detailliert darzustellen, Personalisierungen wie z.B. aufgestickte Namen sind fast immer möglich und machen den Schlafplatz Ihres Kindes zum individuellen Schlaferlebnis.